Thementag 2021 „Urzeitkrebse“

– Resümee über einen gelungenen Auftakt zur Eventserie „Wass-er-Leben“ 

Am Dienstag, den 19. Oktober 2021 fand im Haus des Meeres mit dem Thementag „Urzeitkrebse“ die erste Veranstaltung der Eventserie „Wass-er-Leben“ statt. Der als Veranstalter auftretende Verein „Haus des Meeres - Wissenschaft und Forschung“ versteht sich als Servicestelle mit dem Ziel die wissenschaftlichen Aktivitäten und Forschung im Bereich der aquatischen Biologie zu fördern und an das Haus heranzuführen. Neben dem jährlich stattfindenden Science Day mit der Vergabe von Masterstipendien (Riedl Preis, Starmühlner Preis), dem Meeresschutzpreis (Hans und Lotte Hass Preis) und den vom ÖVVÖ gestifteten Vivaristikpreis und Jugendpreis ist die neugeschaffene populärwissenschaftliche Veranstaltungsreihe „Wass-er-Leben“ mit seinen Thementagen ein wichtiges Förderinstrument.  Ein bis zweimal pro Jahr werden Thementage angeboten, welche die organismische Biologie ins Zentrum der Betrachtungen rückt.

Am von W.Hödl angeregten Pilotprojekt „Urzeitkrebse“ hat sich die Mischung aus Einführung, Fachvortrag und populärwissenschaftlichen Beiträgen, historischen Betrachtungen und aktuellen Berichten zum Thema hervorragend bewährt. (siehe Einladungsposter und Programm, Abb. 1). Vom Publikum wurde besonders die mit Videos aufgelockerte gesamtheitliche Betrachtung zu dem klar umrissenen Thema begrüßt. Die erfrischende Musikbegleitung und eine halbstündige Pause mit Getränkeangebot machten die Veranstaltung trotz des (übrigens genau eingehaltenen!) Zeitrahmens von drei Stunden zu einem kurzweiligen Erlebnis.

Als Hausherr begrüßte der Vizedirektor Daniel Abed-Navandi die zahlreichen Besucher (Abb. 2, s. Abb.5. 5.v.li). Nahezu alle der 80 angemeldeten Interessenten waren gekommen und wurden zunächst am Beispiel lebender Salinenkrebschen in deren Bedeutung für die Aquaristik eingeführt. Walter Hödl  und Erich Eder (Abb. 3, s. Abb.5., 3.u.6.v.li), die mit Buch-, Film- und Fachbeiträgen, Ausstellungen  und Unterschutzstellungen zwischen 1990 und 2010 für die Urzeitkrebse in Österreich intensive Werbung betrieben, berichteten über ihre damaligen Tätigkeiten.

Nach der von der Band „Major Shrimps“ (Abb.4) mit großartiger Musik begleitenden Pause folgten aktuelle Beispiele aus der Urzeitkrebsforschung.  

Tobias Schernhammer (s. Abb. 5, 2.v. li.), ein charismatischer Biologe mit Interesse auf dem Gebiet der Ornithologie, Herpetologie und Urzeitkrebsforschung berichtete über seine Masterarbeit und sein Engagement zur Erhaltung gefährdeter Urzeitkrebsstandorte. Dunja Lukic (s. Abb. 5, 4.v.li.), PostDoc-Stipendiatin am Research Department for Limnology, Mondsee der Univ. Innsbruck,  informierte  (in engl. Sprache)  über die genetische Differenzierung  von Branchipus als Ergebnis deren Isolation in eiszeitlichen Refugien. Martin Schwentner (s. Abb. 5, 1.v.li.) Kurator der Krebstiersammlung am Naturhistorischen Museum Wien berichtete über seine Forschungsergebnisse zu der bisher kaum beachteten Diversität von Urzeitkrebsen in Australien. Abschließend warb Walter Hödl mit Reiseeindrücken aus Namibia für die dort kaum erforschte Urzeitkrebsfauna.

Die Planung weiterer Thementage (Oktober 2022, April und Oktober 2023) hat bereits begonnen. Diese sollen wenn möglich in enger Kooperation mit der österreichischen Zoologisch-botanischen Gesellschaft (ZOOBOT) stattfinden. Als Themenschwerpunkte  sind u.a. „Aquatische Insekten“ und „Tracking – den Tieren mit modernen Methoden auf der Spur“ geplant.


DER STANDARD Artikel "Urzeitkrebse überleben Phasen des Mangels dank Todes auf Zeit" vom 09. November 2021


Abb.1. Einladungsposter Die k.k. Zoologische Station in Triest



















Abb.2. Die Vortragenden des Symposions (v.l.n.r.): F. Schiemer, V. Stagl, M. Walzl, G. Aubrecht, J.Ott) © Karl Kolar

Abb. 3. Die RepräsentantInnen der veranstaltenden Vereine (v.l.n.r.):
Elisabeth Haring – Zoologisch Botanische Gesellschaft, Jörg Ott – ProMare, Walter Hödl, - Haus des Meeres-Wissenschaft und Forschung © Karl Kolar

Abb.4. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Univ. Prof. Fritz Schiemer die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft in der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft übergeben. (V.l.n.r. F. Schiemer, Elisabeth Haring, G. Aubrecht) © Karl Kolar


Abb.5. „Triest-Symposion“ im Lighthouse10 © Karl Kolar